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Geschichte des Försterhäusls

Weberhäusl 03.11.1613

Vor 1664 wohnte dort der Weber Martin Weißpacher, 1665 der Weber Lorenz Schellhorn, der bis 1680 sein Handwerk betrieb. 1698 hauste dort ein Lambert Lanner, 1693 bis mindestens 1700 Lorenz Lanner und sein Weib Ursula Schmalzin, die 1723 starb. Ihn finden wir 1727 beim Rothkopf, 1729 wieder beim Weberhäusl, wo er 1751 starb.

1703 bis mindestens 1715 sind Thomas Astner und sein Eheweib Christina Schmalzinim Weberhäusl.
Dann deren Sohn Johann Astner mit seiner Gattin Barbara Flatscher, welche dort 1728 starb.
1722 lebte dort Georg Riedmann und Ursula Fällin, 1724 Kaspar Hausberger undMargreth Lanner, 1738 Gabriel Lanner, der 1767 beim Reßl starb.
1785 - 1807 wohnten Wolfgang Oberlindober und Margreth Kruckenhauser im Weberhäusl.

1821 hatte sich hier eine Begebenheit zugetragen, die viel belacht wurde.
Christian Lanner von Oberhausberg, geboren 1771, war 25 Jahre alt, als auf dem Orthnergut eine Tochter Margreth Astner geboren wurde. Scherzend sagte Christian Lanner, als er von der Geburt des Kindes erfuhr: "Das wird einmal meine!"
Tatsächlich hat er sie im Jahre 1821 geheitratet, obwohl er schon 50 Jahre alt war. Sie war von ihm schwanger und gebar im Weberhäusl den Johann Lanner.
Die Hochzeit war zu spät anberaumt worden! Doch Lanner ließ sich nicht aus der Fassung bringen und der Vikar Hellminger vollzog am Kindbett die Trauung.
Die Hochzeit wurde abgehalten, wie wenn die richtige Braut dabei wäre. In der Kirche wurde das Hochamt gehalten, dann ging man zum Wirt. Dort nahm eine Verwandte der Braut den Platz an der Seite des Bräutigams ein und nahm würdevoll die Glückwünsche entgegen und dankte geziemend für das "Ehrgeld". Nachts tanzte sie mit dem Bräutigam die sinnvollen Brauttänze, kurz, die Hochzeit erlitt wegen der Abwesenheit der Braut keine Beeinträchtigung.
Das Kind, das in der Wiege lag hieß Josef Lanner. Es war der später im Dorf vielgenannte "Stachl".

1826 starb der Besitzer des Weberhäusls, Kaspar Lanner, 1831 die Besitzerin Gertraud Weißbacher.
1847 starb als Besitzer der hintergebene Schneidermeister Josef Brunner, jedoch nicht im Weberhäusl, sondern beim Seywald.
Das Weberhäusl wurde später von dem Flörlmüller Christian Margreiter gekauft, der für seine Kinder Sixe (der nachmalige "Frühmesser"), Moidl und Josef (den "Florggn") zur Herberge bestimmte.
Im Laufe der Jahre wurde Sixtus Alleinbesitzer.

Von diesem kaufte es dann der aus dem Lesachtal in Kärnten zugezogene Webermeister Sebastian Fritzer, der bereits eine Niederauerin, Gertraud Fill vom Unterburgstall, geheiratet hatte.
Dieser Sebastian Fritzer ist ein tüchtiger Weber, der schönes Bauerntuch macht. Aus dieser Ehe stammen mehrere Kinder. Der älteste Sohn Sebastian ist jetzt Besitzer beim Maurerhäusl, sein zweiter Sohn Johann ist Schuhmacher und wohnt im Weberhäusl, der dritte Sohn verunglückte tödlich.
Die Tochter Gertraud hat den Zimmermann Michael Hausberger vom Ried geheiratet und wohnt beim Reßl.
Eng neben dem Weberhäusl steht ein kleiner Holzverschlag, in welchem sich das Elektrizitätswerk des Lederer befindet.
Früher war es ein Gerstenstampf und zu der Zeit, da das Gerbergewerbe beim Lederer noch ausgeübt wurde, ein Rindenstampf, der in einem Lied des reimfertigen Johann Gruber von Stein eine Rolle spielte.

(Persönliche Erinnerungen und gesammeltes Heimatgut von Heinz Thaler,bearbeitet und niedergeschrieben von Pepi Mayr)

Vom "Weberhäusl" zum "Försterhäusl"

Nach mehreren Besitzerwechseln hat Familie Gwiggner, "Hinterleitenbauer", das Weberhäusl erworben und durch einen glücklichen Zufall konnten wir, Familie Mitterhauser, es dann im Januar 2013 von Herbert Gwiggner erwerben.

Für uns hat sich ein langer Traum erfüllt, ein eigenes kleines Bauernhaus zu besitzen.

Doch wir mussten noch bis Anfang Mai warten bis wir mit der Wandlung vom"Weberhäusl" zum "Försterhäusl" beginnen konnten, denn es war an mehrere Münchner Familien noch fest vermietet.

Am 1. Mai 2013 begann dann die Umbau- und Sanierungsphase.

Der alte Firstbalken, mit eingeschnitzter Jahreszahl 03.11.1613 wurde von uns in der Stube über der Tür wieder eingebaut.

Seit Ende Juli 2013 vermieten wir das Försterhäusl jetzt wochenweise an hüttenbegeisterte Gäste.

Das "Försterhäusl" hat nach 400 Jahren eine neue Bestimmung gefunden und verzaubert uns, wie auch unsere Gäste, mit seinem besonderen Charme!